Institut für den Nahen und Mittleren Osten
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Sabrina Zahren

Libanesische „Youtuber“ und YouTube-Phänomene (Arbeitstitel)

Gegenstand der Forschung sind Akteure, die sich über das Videoportal „YouTube“ artikulieren, sowie mediale Phänomene die über die Website Verbreitung finden. Ausgehend von Besonderheiten, Charakteristika und Alleinstellungsmerkmalen der Videoplattform, wie zum Beispiel der Möglichkeit, Videos kostenlos hochladen, konsumieren und weiterverbreiten zu können, werden audiovisuelle Inhalte aus und über den Libanon gezielt ausgesucht und analysiert.
Hierbei soll das Hauptgewicht auf einer qualitativen Untersuchung liegen, die einzelne Phänomene im jeweiligen sozialen, regionalen, religiösen und gegebenenfalls politischen Kontext beleuchtet. Damit möchte sich das Projekt einerseits eingliedern in das Feld der Arabischen Medien-und Kulturwissenschaft. Andererseits sollen deren Kernthemen, wie arabisches Satellitenfernsehen und der Fokus auf die rein sozio-politische Rolle der sozialen Medien (Twitter, Facebook, usw.) in Frage gestellt und neu gedacht werden. Alltägliches und Banales sowie Amateurhaftigkeit und Kreativität stehen im Vordergrund und sollen die wissenschaftliche Dokumentation der vielzitierten sozialen Aufbruchstimmung im Nahen Osten von dieser Seite her ergänzen.
Aus diesem Ansatz ergeben sich folgende Fragestellungen:
Hat YouTube das Potential, ein neues arabisches Massenmedium zu werden, dass die traditionellen und etablierten Satellitensender mittelfristig ablösen kann/will?
Wie werden die typischen Eigenschaften des Mediums (Archiv-Charakter, neue Formate, eigene Ästhetik, stilistische Eigenheiten) von arabischen YouTube-Akteuren aufgegriffen und rezipiert?
Wird YouTube dazu genutzt Gegenöffentlichkeit zu kreieren, und wenn ja, wie?
Lassen sich regionale Netzkulturen ausmachen, die an Dialekte, Regionen oder Staaten gebunden sind oder existieren trans-regionale Vernetzungen innerhalb der arabischen YouTube-Community?
Die libanesische Netzkultur bietet für solche Fragestellungen eine gute Grundlage. Die Zahl der Akteure im Netz (und vor allem auf YouTube) ist überschaubar, gleichzeitig existiert eine lebhafte Blogger-Szene, die die rege Kulturproduktion in Beirut abbildet und zivilgesellschaftliche Aktivitäten dokumentiert. Eine traditionell liberale Medienpolitik ermöglicht es den Bürgern zudem, soziale, strukturelle und politische Missstände im Internet anzuprangern und zu diskutieren, wobei der Schwerpunkt dieser Forschung vor allem auf den visuellen Inhalten liegt.


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