Institut für den Nahen und Mittleren Osten
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Bettina Gräf

Das Taschenbuch als Massenmedium im Ägypten der 1940er Jahre

 

Gegenstand des Projekts ist die kultur- und mediengeschichtliche Untersuchung zweier ägyptischer Verlage, Maktabat Wahba und Maktabat an-Nahḍa al-Miṣriyya. Beide Verlage wurden in den 1940er Jahren in Kairo gegründet, sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer thematischen Ausrichtung. Während Maktabat Wahba (gegr. 1946) von Beginn an als islamisch orientierter Verlag (maktaba dīniyya) vor allem Bücher von Autoren verlegte, die zum einen aus dem Umfeld der Azhar-Universität und zum anderen aus dem der Muslimbrüder und anderer, damals neu gegründeter islamischer Gruppierungen stammen, gilt Maktabat an-Nahḍa al-Miṣriyya (gegr. 1940) als links orientiert und verlegte unter anderem im Jahr 1947 die erste Übersetzung des Kapitals, Band 1 von Karl Marx ins Arabische (al-Raʾsmāl). Beide Verlage produzierten und vertrieben von Beginn an vornehmlich Taschenbücher. Das Taschenbuch als neues Medium und kommunikative Technologie, das billiger herzustellen und leichter zu transportieren war als Bücher mit hartem Einband und Fadenbindung, stellt einen Schlüssel zum Verständnis der materiellen Dimension ideologischer Auseinandersetzungen um eine bessere Zukunft und das richtige Gesellschaftssystem im Ägypten der 1940er Jahre dar. In diesem Projekt wird erforscht, inwieweit das Format des Taschenbuchs nicht nur die Produktion von Büchern erleichterte, sondern auch Einfluss auf die Ausformulierung massenkompatibler Zukunftsentwürfe verschiedener politischer Lager hatte.


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