Institut für den Nahen und Mittleren Osten
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Basiswissen Islam 2018 (14-19)

mzis basiswissen 2018



Die Vorträge der Vortragsreihe finden Sie dann alle hier online.

Basiswissen Islam 14 Ramadan und andere islamische Feste: ein Überblick

Prof. Dr. Andreas Kaplony (LMU München), Dienstag, 23.Oktober 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

Nach einigen einleitenden Gedanken zur dritten Staffel der Vortragsreihe konzentrieren wir uns auf den Ramadan, den ganz besonderen Monat der Selbstbeschränkung und der Gemeinschaft.

In einem ersten Schritt gehen wir seiner komplexen Entstehung nach: Ramadan heisst ja "Hitze" und doch wandert dieser Monat durch das natürliche Jahr - warum? Zweitens geht es um die praktische Ausgestaltung des Monats (mit den Tarawih-Übungen) und des einzelnen Tages, dann um die Nacht der Macht (Laylat al-qadr), die 10tägige Absonderung (al-I'tikaf) und das Fest des Fastenbreches (Id al-fitr). Und drittens bedenken wir die vielfältigen Einmischungen der modernen Staaten, die unter anderem Anfang und Ende festlegen und vorschreiben, wer fasten muss und wer nicht fasten darf

Basiswissen Islam 15 - Das islamische Grundgebot der solidarischen Mildtätigkeit und seine politischen, sozialen und ökonomischen Verwendungen

DATUM NEU Prof. Dr. Christoph Neumann (LMU München), Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

Eines der fünf Grundgebote des Islam ist die milde Gabe, zakat. Sie ist die Wurzel verschiedener Steuern, die in islamischen Gemeinwesen erhoben werden. Darüberhinaus ist Mildtätigkeit ein Gebot, das den Gläubigen überhaupt betrifft. In der Geschichte vom Islam geprägter Gesellschaften stößt man deswegen ständig auf Praktiken, die als mildtätig begriffen werden. Der Vortrag wird sich nicht um eine normative oder theologische Beurteilung bemühen, welche dieser Praktiken "tatsächlich" mildtätig waren, sondern nach einer Einführung in Vorstellungen von zakat und Begriffe wie sadaqa sich auf Praktiken der Patronage und vor allem der Frommen Stiftungen (waqf) konzentrieren. Im Mittelpunkt steht das Stiftungswesen, wie es sich im Osmanischen Reich in der Frühen Neuzeit und der Moderne entwickelte und so den ganzen Nahen Osten prägte. Ein kurzer Einblick in das heutige Stiftungswesen der Türkei schließt den Vortrag ab.

Basiswissen Islam 16 - Das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott

DATUM NEU Prof. emer. Dr. Peter Antes (Universität Hannover), Dienstag, 6. November 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

 

Die öffentliche Diskussion in Deutschland vermittelt nicht selten den Eindruck, als handele es sich beim Islam um eine völlig andere Kultur, die nichts mit der jüdisch-christlichen zu tun habe. Die Muslime sehen dies ganz anders. Für sie ist der Koran die Fortführung und Vollendung der biblischen Offenbarung.
Der Vortrag wird daher die islamische Sicht der Offenbarungsgeschichte wiedergeben sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Aussagen der Bibel und des Koran behandeln. Er wird zeigen, welche Konsequenzen das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott für den Umgang der Muslime mit Andersgläubigen hat und wie dieses Bekenntnis das Leben der Muslime im Diesseits wie im Jenseits prägt.


Basiswissen Islam 17 - Die islamische Pilgerfahrt als äußere und innere Rückkehrreise

Dr. Sabrina Sohbi (LMU München), Dienstag, 13. November 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

Der Muslim ist verpflichtet fünf Mal am Tag das rituelle Gebet zu verrichten. Dabei wendet er sich immer nach Mekka, das Ziel der Pilgerreise, die er einmal in seinem Leben durchführen sollte. Obwohl die Kaaba stets als Orientierungspunkt betrachtet wird, reicht eine einzige Reise im Leben dorthin aus, um die fünfte Grundpflicht des Islam zu erfüllen. Zwar handelt es sich nur um eine Reise, dennoch soll diese Reise das Leben des Pilgers völlig verwandeln. Er kehrt zurück zu einem Zustand „wie an dem Tag, an dem seine Mutter ihn geboren hat“, allein dadurch, dass er den Geburtsort des Islam und seines Propheten besucht. In diesem Vortrag wird der Hadsch als Mittel einer Rückbindung untersucht, welche auf geographischer und ritueller Ebene erfolgt, und den Pilger dabei an grundlegende historische, gesellschaftliche und spirituelle Erfahrungen der muslimischen Umma erinnert und ihn damit an die Religion des Islam und seine Gemeinschaft bindet.


Basiswissen Islam 18 - Dschihad: Heiliger Krieg oder Mittel, die Welt vom Übel zu befreien?

Dr. Bettina Gräf (LMU München), Dienstag, 20. November 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

Der Dschihad, die Anstrengung auf dem Weg Gottes, wird von manchen Interpreten als die sechste Säule des Islam bezeichnet. In diesem Vortrag werden wir sowohl der Entwicklung des Konzepts und seinen praktischen Anwendungen in der Vormoderne nachgehen als auch dessen Bedeutung in der Moderne ausleuchten. Welche Menschen „ziehen" heute mit welchen Absichten in den Dschihad und wer ruft mit welcher Legitimität und welchen Gründen dazu auf? Anhand konkreter Beispiele werden wir die Vielfalt des Dschihad betrachten, vor allem im 20. und 21. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Basiswissen Islam 19 - Gott und andere jenseitige Adressaten: Beten als Sprechen zum Jenseits

Dr. Urs Gösken (Universität Zürich), Dienstag, 27. November 2018, 19.15 Uhr, LMU-Hauptgebäude Hörsaal B 201

Beten kann als eine besondere Form des Sprechens angesehen werden. Eine bedeutende Besonderheit ist, dass es sich beim Gegenüber dieses Sprechens um Gott handelt. Im Islam kommt dem Beten als Form der Kommunikation von Mensch zu Gott vielleicht noch eine erhöhte Bedeutung dadurch zu, dass auch der Gottesdienst nicht wie im Christentum in einer Messe, sondern eigentlich auch nur in Gebet besteht. Allerdings gilt es, Unterschiede zwischen verschiedenen Formen des Betens zu unterscheiden: Da ist im Islam zum einen das eher formelhafte und an bestimmte Zeiten gebundene Ritualgebet. Dann gibt es variablere und situationsgebundene Anrufungen an Gott. Vom Gebet wiederum sind die Anrufungen und Segensformeln an den Propheten und - in der islamischen Schia - an die Imame zu trennen. All diesen Sprechakten gemeinsam ist aber, dass sie sich an jenseitige Adressaten richten. Der Vortrag geht auf die Eigenheiten und Unterschiede dieser Sprechakte ein, versucht aber auch, Gemeinsamkeiten unter ihnen und ihre religiösen Hintergründe herauszuarbeiten. 

Organisation: LMU München, Institut für den Nahen und Mittleren Osten, Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaft und Gesellschaft der Freunde islamischer Kunst und Kultur e.V., München


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