Die palästinensischen Universitäten und ihre besondere Beziehung zu Deutschland: eine Vortragsreihe
Workshop 2: Deutsches Reden über Palästina - palästinensisches Reden über Deutschland
07.05.2026 16:15 Uhr – 20:00 Uhr
In Deutschland redet es sich heute schwer über Palästina: unfassbar die Brutalität der Kriegsführung dort, ebenso unfassbar die Einseitigkeit der Stellungnahmen und die Ritualität des öffentlichen Redens hier. Dementsprechend schwer redet es sich auch in Palästina über Deutschland. - Thema dieser Vortragsreihe ist die hierzulande kaum bekannte palästinensische Universitätslandschaft und ihre besondere Beziehung zu Deutschland. Eigentlich geht es um die große Frage, wie die palästinensischen Universitäten es schaffen, ihren Dozierenden und Studierenden jenseits von Flucht, Verzweiflung und Gewalt einen vierten Weg zu eröffnen. – (Parallel zur palästinensischen Universitätslandschaft, aber nahezu unverbunden mit ihr, gibt es auch eine israelische. Auch diese ist stark vom Krieg geprägt, auch diese hat eine lange und starke Beziehung zu Deutschland. Aber die dreizehn israelischen Universitäten funktionieren anders als die palästinensischen und die deutsche Öffentlichkeit redet über sie ganz anders. Daher sind sie nicht Thema dieser Vortragsreihe.)
WORKSHOP 2: DEUTSCHES REDEN ÜBER PALÄSTINA - PALÄSTINENSISCHES REDEN ÜBER DEUTSCHLAND - Donnerstag, 7. Mai 2026, 16:15-20:00 Uhr, LMU München, Schellingstraße 3, 80799 München, Hörsaal S006. Chair: Prof. Dr. Thomas Hanitzsch (LMU München, Kommunikationswissenschaft / Journalismusforschung und Präsident der International Communication Association).
In Deutschland folgt das Reden über Palästina harten Regeln. Zwar ist es selbstverständlich erlaubt, (auch öffentlich) über einen, zwei oder drei künftige Staaten nachzudenken, und ebenso, Folter, Aushungern und entmenschlichende Rede mit klaren Worten zu geißeln. Aber Politik und Medien wiederholen fast ausschließlich Altbekanntes, nehmen Neues kaum auf, verbreiten reflexartig jeden Vorwurf von Antisemitismus und drohen so mit gesellschaftlicher Ächtung. - Dementsprechend zwiespältig ist das Selbstbild der Palästinenserinnen und Palästinenser in Deutschland.
- 4 PD Dr. Peter-Arnold Mumm (LMU München, Sprachwissenschaft): Tabu und Provokation: der Kampf ums Sagbare in historischer Perspektive.
- 5 Prof. Dr. Wesam Amr (Gaza University, Communication Studies / University of Cambridge, Digital Humanities): Media, Identity, and Otherness: A Bi‑Directional Analysis of Media Representations in Germany and Palestine.
- 6 Dr. Sarah El Bulbeisi (LMU München, Arabistik und Islamwissenschaft): Tabu und Trauma: Palästinenser:innen in Deutschland und der Schweiz.
Organisation: Prof. Dr. Andreas Kaplony (LMU München, Arabistik und Islamwissenschaft).
Das Programm der ganzen Vortragsreihe finden Sie hier.