Institut für den Nahen und Mittleren Osten
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Zum Verhältnis von Trauma und Identität: Subjektkonstruktionen von Palästinensern in Deutschland und in der Schweiz (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt setzt sich mit der Lebenswelt von Palästinensern in der Schweiz und in Deutschland auseinander, und zwar der ersten, nach Westeuropa migrierten wie auch der zweiten, in der Diaspora aufgewachsenen Generation. Ausgehend von Lebensgeschichten (biographisch-narrativen Interviews) befasst es sich mit den Spannungen zwischen der (Familien-)geschichte der Akteure, die von Erfahrungen der Vertreibung und Enteignung geprägt ist, und der Überformung dieser Erfahrung in der westeuropäischen Repräsentation des „Nahostkonflikts“ sowie dessen zionistischer Darstellung, die lange Zeit den öffentlichen Diskurs in der Schweiz und in Deutschland dominierte. Es interessiert dabei das Feld des subjektiven Erlebens, der (tradierten) Erinnerungen der Eltern, des Kanons verschiedener kultureller Gedächtnisse und der dominanten Diskursformationen über den Nahostkonflikt. Es untersucht, wie die Akteure in diesem Kontext gesellschaftliche Wirklichkeit deuten und individuelle Subjektpositionen einnehmen. Damit soll ein Beitrag zur Frage der Selbst-Ermächtigung aus Positionen der kulturellen und politischen Subalternität geleistet werden.