Institut für den Nahen und Mittleren Osten
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9. Workshop Arabische Medien "Medien und Migration"

Das Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU München organisiert den 9. Workshop zu arabischen Medi-en zum Thema Migration & Arabische Medien, mit speziellem Fokus auf die aktuelle Flüchtlingssituation.

Die massenhafte Flucht, die sich aus den Konflikt- und Umbruchszonen des Nahen Ostens und Nordafrikas in erster Linie in die regionalen Nachbarländer aber auch nach Europa verschiebt, stellt die betroffenen Länder vor große gesell-schaftspolitische Herausforderungen. Diese arabische Migration ist in ihrem Umfang präzedenzlos, stellt in der Region jedoch kein grundsätzlich neues Phänomen dar, wie etwa die globale palästinensische Diaspora oder die Arbeitsmigration in die ölreichen Golfstaaten veranschaulichen.
Frankreich, das durch die koloniale Vergangenheit seine eigene arabische, nordafrikanische Diaspora mitverursacht hat, brachte mit Abdelmalek Sayad einen Soziologen hervor, der Migration mit dem Konzept der „double absence“ theo-retisiert hat – ein Raum also, in dem sich die Migrierenden zwischen Herkunfts- und Zielgesellschaft befinden.

Migration ist ein Thema, das aktuell in den Medien nicht einfach vehement diskutiert wird, sondern dessen öffentli-che Wahrnehmung zentral durch solche Mediendiskurse geformt wird. Die mediale Konstruktion von Chancen und Gefah-ren durch arabische und muslimische Einwanderer wird in Europa intensiv erforscht und ist auch Thema des Gastvortrags von Frau Dr.des. Hanan Badr (23. Juni, 18:15 Uhr). Ebenfalls seit längerem untersucht wird die Rolle arabisch-sprachiger Medien für die Identitäts-(Re-)Konstruktion nahöstlicher Einwanderer in westlichen Ländern.

Diese relativ gut umrissenen Konturen des Phänomens Migration & (arabische) Medien dienen dem aktuellen Work-shop als Grundlage für eine weiterreichende Diskussion, welche ausgehend von den aktuellsten Entwicklungen versuchen soll, auch bisher weniger thematisierte Aspekte zu beleuchten: etwa die Bedeutung gerade der neuen, sozialen Medien, aber auch der nationalen und transnationalen arabischen Medien im Prozess des Migrationsentschlusses und der Migrati-onsplanung; die Frage, ob – und wenn ja wie – durch die Verbreitung der Mobil-Kommunikation und der sozialen Netz-werke sich Sayad’s Konzept der „double absence“ verändert; und nicht zuletzt die gegenwärtigen Migrations-Diskurse der arabischen Medien (va. auch des transnationalen Satelliten-TV), welche – zusammen etwa mit den Medien des IS – dieses Thema auch ganz bewusst instrumentalisieren.

Leitung

Dr.des. David Arn, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für den Nahen und Mittleren Osten, Lehrstuhl für Arabistik & Islamwissenschaft

Teilnehmende

Alle an einer Teilnahme Interessierte Personen sind herzlich zum Workshop eingeladen, Arabischkenntnisse sind idealerweise vorausgesetzt. Zur Anmeldung genügt eine formlose E-Mail an den Organisator David Arn (david.arn@lmu.de), die Vorbereitungsunterlagen sind ebenfalls hier erhätlich.

Vorläufiges Programm

Do, 23. Juni 2016, 18.15 (LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum M010)
Öffentlicher Vortrag „Refugees or Terrorists? The public perceptions of migrants in Europe” von Dr.des. Hanan Badr (FU Berlin)

Fr, 24. Juni 2016, 9.00-17.00 (LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum A 017; alternativ: Treffpunkt: 8:45 vor unserem Institut, Veterinärstr. 1)

09:05-10:00 Empfang & Einleitung
10:00-11:00 Diskussion: Abdelmalek Sayad – la double absence (SAADA 2000)
11:00-11:30 Kaffeepause
11:30-12:30 Diskussion: Arabische Diaspora & arabische Medien (RINNAWI 2012)
12:30-14:00 Mittagessen
14:00-15:30 Fallbeispiel (al-Mayādīn – La’bat al-Umam: ʼUrūbā tasriq al-‘uqūl as-sūriyya bi-ḏarī’at al-luǧūʼ - 10. Februar 2016)
15:30-16:00 Kaffeepause
16:00-17:30 Diskussion: Arabische Migration & soziale Medien (DEKKER & ENGBERSEN 2014; WALL & AL. 2015)

Weitere Informationen und Anmeldung

Keine Teilnahmegebühr


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